Im Rahmen des Projekts Variantenbildung sollten bei der Firma SoftTECH Produktlinienmethoden eingeführt werden. zur Analyse wurde der Teilbereich “Stadtplanung” der SoftTECH Software ausgewählt. Als Ergebnis der Planung für zukünftige Produktversionen wurden zahlreiche Strukturen in das Software-Design integriert, die den Produktausbau in späteren Versionen vereinfachen. So wurden z.B. zahlreiche Entwurfsmuster verwendet, die den nachträglichen Einbau von Balkonen, Erkern, Nebengebäuden etc. ohne Änderung des existierenden Codes (hier: für das Hauptgebäude) erlauben. Geeignete Abstraktionen ermöglichen auch den Austausch des verwendeten Geländemodells.
Parallel wurde eine Dokumentationsform entwickelt, die einerseits diskutierte Fragestellungen zum Produkt und die jeweils getroffene Entscheidung dokumentiert. Andererseits ermöglicht sie es, falls solche Entscheidungen geändert werden müssen, direkt die betroffenen Programmteile zu identifizieren. Dadurch lassen sich aus unvollständigen oder inkonsistenten Änderungen resultierende Fehler weitgehend vermeiden.
Leider musste das Projekt “Stadtplanung” aufgrund von Konzernverflechtungen (softTECH gehört mittlerweile zur mb Software AG) und damit einhergehender Verpflichtungen vorerst gestoppt werden, so dass innerhalb der Laufzeit des Projekts Software-Variantenbildung keine neuen Programmversionen erstellt wurden und die Arbeiten nicht komplett abgeschlossen werden konnten.
Erfahrung: Um zu gewährleisten, dass die Programmteile, die in einer Version entwickelt werden, auch in den zukünftigen Versionen weiterbenutzt werden können, leistet die Variantentechnologie wertvolle Hilfe. Mit ihrer Unterstützung lässt sich auch hier teure Mehrfachentwicklung vermeiden, indem zukünftige Versionen als Varianten geplant und bereits beim Entwurf und der Implementierung früherer Versionen berücksichtigt werden.