Die vorliegende Dissertation erläutert die Unterschiede des Requirements Engineerings von Individualsoftware und von Standardsoftware und präsentiert eine Methodik für das Requirements Engineering komplexer Standardsoftware. Wesentliche Aufmerksamkeit erfahren hierbei die technischen Aspekte des Requirements Engineerings.
Der stufenweise Übergang von roh gesammelten Anforderungen hin zu einer Spezifikation von Softwareanforderungen wird durch
• einen Modell der Entwicklungsprodukte und
• ein darauf aufbauendes Prozessmodell
definiert. Das Prozessmodell beschreibt ein Vorgehen für die Ermittlung, die Analyse und die Spezifikation von Anforderungen, während das Modell der Entwicklungsprodukte alle Ergebnisse sowie methodische Vorlagen und Anleitungen dokumentiert. Die Strukturierung ermöglicht ferner kurzfristige Reaktionszeiten durch eine flexible Gestaltung der Entwicklung und die Berücksichtigung langfristiger Entwicklungsziele.
Diese Arbeit enthält auch
• grundlegende Modellierungskonzepte zur Beschreibung von Softwareentwicklungsprozessen,
• eine Bewertungsmethode für Entscheidungssituationen,
• ein Konzept zur Spezifikation des Modells der Entwicklungsprodukte.
Durch die Anwendung dieses speziellen Modellierungskonzeptes wird die Verfolgbarkeit von Anforderungen und von Entscheidungen einzelner Entwicklungsaktivitäten sowie die schnelle Reaktionsfähigkeit auf sich ändernde Anforderungen unterstützt.
Autoren
Bernhard Deifel, 2002, Technische Universität München