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 | |  |  | | Durchzuführender Prozess |  | Wenn in Anforderungen Informationen weggelassen werden, spricht man von einer Tilgung. Die folgenden Arten von Tilgungen lassen sich aufteilen:
Unvollständig spezifizierte Prozesswörter
Jede Anforderung muss im Aktiv formuliert werden.
Unvollständig spezifizierte Prozesswörter lassen sich verhindern oder zumindest eingrenzen, wenn Anforderungen im Aktiv formuliert sind. Das hat den Vorteil, dass die ausführende Person oder Einheit in der Anforderung angegeben werden muss.
Die Prozesse sollen durch Vollverben ausgedrückt werden.
Adjektive und Phrasen lassen die eigentlich durch die Anforderung geforderte Funktionalität in den Hintergrund treten. Daher soll jeder Prozess durch ein Vollverb ausgedrückt werden.
Unvollständig spezifizierte Prozesswörter sollen aufgedeckt werden.
Die Verben in einer Anforderung müssen bestimmt und festgestellt werden. Wenn ein Satz, der mehrere Akteure enthält, mit diesen Verben vorstellbar wäre, so ist aus dem Originalsatz eine Information getilgt worden. Wenn die fehlenden Informationen wissenswert sind, sollten sie gezielt hinterfragt werden.
Beispiel hierfür ist: “Die Kunden, die seit 2 Jahren nicht mehr im System eingeloggt waren, sollen erkannt und deaktiviert werden”. Bei dieser Anforderung sind die beiden Prozesswörter erkennen und deaktivieren zu hinterfragen.
Die Fragen dazu sind:
- Wer, wann, wie wird erkannt?
- Wer, wie, wo, wann wird deaktiviert?
Unvollständige Vergleiche und Steigerungen
Ein Vergleich oder eine Steigerung benötigt immer einen Bezugspunkt, um vollständig zu sein. Dazu muss die Abweichung natürlich auch messbar und damit überprüfbar sein.
Beispiel hierfür ist: „Der Bestellvorgang soll für den Kunden selbst online leicht durchführbar sein“.
Fragen dazu sind:
- Leicht durchführbar im Vergleich wozu?
- Wodurch wird der Bestellvorgang leicht durchführbar?
Beim Beispiel lässt sich die verwendete Phrase „leicht durchführbar“ nur schwer oder gar nicht messen. Erst einmal muss der Wunsch des Stakeholders erfragt werden, der sich hinter einer derartigen Formulierung verbirgt. Die Anforderung muss dementsprechend durch detailliertere Anforderungen ersetzt werden.
Modaloperatoren der Möglichkeit
Mögliches und Unmögliches der Anforderungen muss geklärt werden.
Signalwörter der Modaloperatoren der Möglichkeit sind Begriffe wie „kann“, „darf“, „es ist (nicht) möglich“, „er/sie/es ist außerstande“.
Bei Aussagen, die eine Möglichkeit oder Unmöglichkeit beschreiben, muss die Frage beantwortet werden, was das genannte Verhalten möglich oder unmöglich macht.
Modaloperatoren der Notwendigkeit
Die Modaloperatoren der Notwendigkeit müssen auf benötigte Ergänzungen geprüft werden.
Um die Funktionalität eines Systems vollständig zu beschreiben, müssen Anforderungen sowohl das gewünschte Normalverhalten als auch das Verhalten im Ausnahmefall beschreiben.
Anforderungen, die Forderungen an das Systemverhalten stellen, erkennt man an den Modaloperatoren der Notwendigkeit wie „müssen“, „sollen“, „sollte“ und „es ist notwendig“. Zu jeder durch einen Modaloperator der Notwendigkeit spezifizierten Aussage muss geprüft werden, ob zusätzlich ein Verhalten für den Ausnahmefall angegeben werden muss. |  |
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