Voraussetzung für die Ressourcenplanung ist der Projektstrukturplan und ggf. die bisher erstellte Version des Ressourcenplans aus den Vorangegangenen Planungszyklen.
Durchzuführender Prozess
Da die Ressourcenplanung in wechselseitiger Beziehung mit der Zeitplanung steht, sollte im ersten Durchgang des Planungszyklusses die Ermittlung der generell für die einzelnen Arbeitspaket oder Vorgänge benötigten Ressourcen im Vordergrund stehen, für die folgenden Planungszyklen sollte dann die Planung in vier Schritten verfeinert werden:
Erstellung eines Bedarfsprofils für jede dieser Ressourcen
Ermittlung von Über- und Unterdeckungen (Verfügbarkeitsanalyse).
Optimierung des Ressourceneinsatzes
Bedarfsermittlung Der Bedarf an Einsatzmitteln richtet sich nach dem für das Arbeitspaket ermittelten Aufwand (A) (Überblick: Methoden der Aufwandsschätzung) und der für das Arbeitspaket zur Verfügung stehenden Dauer. Bei einem (nahezu) konstant über die Dauer (D) des Arbeitspaketes verteiltem Einsatz einer Ressource ergibt sich der Ressourcenbedarf (B) nach der Formel:
B = A / D
wobei für A und D dieselben Zeiteinheiten (z.B. Monate) gelten müssen. Ist der Einsatz nicht gleichmäßig, dann sollte das Arbeitspaket entsprechend zerlegt werden und die Bedarfe jeweils für die einzelnen Teilpakete ermittelt werden.
Bedarfsprofil Das Bedarfsprofil zeigt den Bedarf einer Ressource (oder einer Ressourcengruppe) im zeitlichen Verlauf, d.h. zu einem Zeitpunkt wird der Bedarf einer Ressource aus allen Arbeitspaketen summiert und dargestellt.
Verfügbarkeitsanalyse Setzt man das Bedarfsprofil mit der Verfügbarkeit einer Ressource im Projektzeitraum in Beziehung, kann man die zu erwartenden Kapazitätsengpässe bzw. Kapazitätsüberschüsse leicht erkennen. Zu Beachten ist dabei, dass sowohl der Bedarf als auch die Verfügbarkeit über den Planungszeitraum hin nicht konstant ist.
Ressourcen - vor allem Personal – werden in Unternehmen oft von parallel laufenden Projekten benötigt. Hier hilft ein unternehmensweites Multiprojektmanagement, welches die Verwaltung von Ressourcenpools bezüglich der zeitlichen und örtlichen Verfügbarkeit als Hauptaufgabe hat. Die Personaleinsatzplanung sollte zusätzlich durch ein geeignetes Skillmanagement unterstützt werden, welches die Qualifikationsprofile der Mitarbeiter erfasst.
Optimierung des Ressourceneinsatzes Die Optimierung des Ressourceneinsatzes ist immer ein Abwägen zwischen den folgenden Einzelzielen:
Projekttermine,
Verfügbarkeit der Ressourcen und
Projektbudget.
Man hat es immer mit einer der drei Ausgangssituationen zu tun:
Feste Projektdauer, feste Ablauflogik und variable Verfügbarkeit
Mögliche Maßnahmen: Nutzung von Pufferzeiten bei nicht zeitkritischen Vorgängen zum Verschieben oder Dehnen der Vorgänge. Bei zeitkritischen Vorgängen hilft nur eine Veränderung der Ressourcenzuordnung, die in der Regel mit einer Erhöhung der Kosten einhergeht.
Variable Projektdauer, feste Ablauflogik und feste Verfügbarkeit
Mögliche Maßnahmen: Die feste Ablauflogik macht eine Verlängerung der Projektdauer notwendig. Man kann auch über die Veränderung der Ressourcenzuordnung in den kapazitätskritischen Vorgängen versuchen, die Projektdauer wieder zu verkürzen.
Feste Projektdauer, variable Ablauflogik und feste Verfügbarkeit
Mögliche Maßnahmen: Durch Veränderung der Ablauflogik kann man die kapazitätskritischen Vorgänge in die Bereiche mit Kapäzitätsüberschuss verlagern. Dabei können Vorgänge auch gesplittet werden.
In jeder Situation muss man den Freiheitsgrad nutzen, um eine optimale Auslastung zu erhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einzelne Vorgänge durch zusätzliche Ressourcen zu verkürzen oder durch Abzug von Ressourcen zu dehnen.