Bei kleinen Projekten kann man noch recht leicht beurteilen, wer was machen kann und hat damit einen guten Überblick über die einzusetzenden Mitarbeiter und auch die Laufzeit. Bei größeren Projekten muss man Aufwandsschätzungen durchführen und erhält eine Abschätzung für den Aufwand in Mann-Monaten (oder Personen-Monaten, Personen-Wochen, Mann-Jahren ...).
Erfahrungen zeigen, dass es bei gegebenem Aufwand eine sinnvolle minimale und maximale Personenanzahl gibt. So wird man in vielen Publikationen über Software-Projektmanagement Formeln finden, die einen optimale Besetzung empfehlen. Deren Ergebnisse liegen aber immer zwischen den nachfolgend aufgezeigten Grenzen, so dass diese als Eckpunkte für die eigene Kalkulation gelten können.
Sei:
A: der geschätzte Aufwand in Personenmonaten
P: die Anzahl der eingesetzten Personen
D: die Projektdauer in Monaten
Danach errechnet sich der Aufwand nach folgender Formel:
A = P * D
Zur Ermittlung der kürzesten Projektlaufzeit (Dmin) zu einem bekannten Aufwand muss man die Anzahl der Personen maximieren. Erfahrungen haben gezeigt, dass die Anzahl dabei nicht größer als die Quadratwurzel des Aufwandes sein soll. Hieraus ergeben sich die folgenden Formeln:
PMax = SQRT(A)
DMin = SQRT (A)
d.h.:
PMax = DMin
Will man jedoch die Personenzahl minimieren, so muss das Verhältnis zur Projektdauer beachtet werden. Der Erfahrung nach sollte es nicht geringer als 1:2 sein, also:
PMin= 1/2 *DMax
Bezüglich des Aufwandes ergibt sich hieraus:
PMin = SQRT (1/2 * A)
DMax = SQRT (2 * A)
Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für die minimale und maximale Mitarbeiteranzahl bei gegebenem Aufwand (in Mann-Monaten) und sich daraus ergebenden Projektlaufzeiten. Um den Zusammenhang besser darzustellen, wurden die Projektlaufzeiten auf ganze Zahlen abgerundet (bei der praktischen Anwendung muss man natürlich aufrunden):
(Für eine Vergrößerung klicken Sie einfach auf das Bild.)
Natürlich wird jeder Projektleiter bemüht sein, sein Projekt mit den besten Entwicklern zu besetzen. Da gilt die Regel "Lieber besser aber weniger". Je weniger Personen zusammenarbeiten müssen um so einfacher und effektiver ist die Kommunikation zwischen diesen Personen. Aber sehr oft geht es um einer schnelle Fertigstellung, dann muss man sein Projekt maximal besetzen.
Diese Minimal- und Maximalwerte sind Erfahrungswerte und keine absoluten Grenzen. Natürlich kann man auch mal begründet über- bzw. unterschreiten. Weicht man aber sehr weit ab, hat der Projektleiter schon einen Risikofaktor: Über- bzw. Unterbesetzung.