Auch bei der Nutzung entsteht zunächst Aufwand für verschiedene Tätigkeiten. In jedem Fall muss der Entwickler die wiederverwendbare Software finden und sich einarbeiten. Ziel ist dabei zumindest das Verständnis der
Schnittstellen. Sollen Anpassungen, die auch einen gewissen Aufwand erfordern, vorgenommen werden, so muss die Einarbeitung tiefer gehen. Zudem kann Aufwand dafür entstehen, das System an die wiederverwendete Software anzupassen.
Eine Übersicht über die Arten der Nutzung wiederverwendbarer Software zeigt die Abbildung. Es wird zunächst danach unterschieden, ob die Software für die Nutzung angepaßt wird.
Wird sie ohne Anpassung verwendet, kann dies in Form der
Black-box-Wiederverwendung geschehen. In diesem Fall wird nur
Binärcode, nicht aber
Quellcode ausgeliefert, so dass der Nutzer nur die Funktionalität, aber nicht die Details der Implementierung kennt.
Wird der Quellcode ausgeliefert, nennt man das Glass-box-Wiederverwendung: der Nutzer kann die Implementierung zwar sehen, darf aber keine Änderungen vornehmen.
Wird die Software für die Nutzung angepaßt, kann dies durch Modifikation des
Quellcodes geschehen, was man
White-box-Wiederverwendung nennt. Für interne Wiederverwendung von Software ist das ein gut geeignetes Vorgehen, weil Anpassungen möglich werden.
Zwei Optionen gibt es hinsichtlich der Wartung: sie kann mit einer gemeinsamen Versionsführung zentral oder aber dezentral durchgeführt werden. Bei kurzfristiger Betrachtung sind die Kosten von zentraler Wartung höher. Anders ist es bei einer Anpassung ohne Modifikation des
Quellcodes. Man spricht in diesem Fall von Customizing, das bei kommerziell verfügbaren Produkten üblich ist.
Abbildung: Arten der Nutzung wiederverwendbarer Software