Erweiterung der Wiederverwendung
Wiederverwendung beschränkt sich nicht nur auf Code. Zunächst wird ein Sammelbegriff für alle Zwischen- und Endprodukte definiert, die bei der Entwicklung eines betrieblichen Informationssystems entstehen: Der Begriff Artefakte. Artefakte charakterisieren sich dadurch, dass der Prozessschritt angeben wird, bei dem sie entstehen, z.B. Artefakte der Spezifikation.
Klassifikation der Artefakte
Bei der systematischen Entwicklung von Produkten mit teilweise ähnlichen Eigenschaften spricht man von einer Produktlinie bzw. Produktlinien-Ansätzen. In einer Produktlinie gibt es einige gemeinsame Elemente, die bei jedem der Produkte verwendet werden. In der Softwareentwicklung nennt man diese Elemente wiederverwendbare Artefakte.
Abbildung 1 zeigt eine Klassifikation der potentiell wiederverwendbaren Artefakte und enthält auch einige Beispiele.
Abildung 1: Einteilung wiederverwendbarer Artefakte
Bei den im Entwicklungsprozess wiederverwendeten Artefakten unterscheidet man solche, die die Vorgehensweise betreffen und solche, die die Tool-Unterstützung betreffen. Die Klassifikation der mittelbar in das Endprodukt eingehenden und der in abstrahierter Form unmittelbar eingehenden Artefakte ist dabei eindeutig. Sie können jeweils zwei unterschiedliche Rollen einnehmen, die die Nutzbarkeit für Entwickler der konkret (mittelbar) wiederverwendeten Artefakte (Code, Komponenten) erhöht und die die selbständig (unmittelbar, abstrahiert) wiederverwendet wird (siehe auch Abbildung 2).
Abbildung 2: Rollen wiederverwendbarer Artefakte
Dieser Text ist angelehnt an Wiederverwendung ohne Mythos. |