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Verfahren
Rolle von Szenarien im Gesamtprozess - Teil 1
Methode/Technik:2928
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Beschreibung
Die Rolle von Szenarien im Gesamtprozess

Neben ihrer an anderer Stelle beschriebenen Funktion beim Requirements Engineering sind Szenarien auch in Zusammenhang mit anderen Phasen des Software-Entwicklungsprozesses von Bedeutung.

Übergang zu semi-formaler / formaler Systemspezifikation
Sind Szenarien vorhanden, werden üblicherweise aus ihnen die relevanten Objekte und Relationen der Domäne abgeleitet und damit die Voraussetzungen für eine formalere Beschreibung geschaffen. Am Ende dieses sequentiellen Prozesses, der mehrere Zwischenstufen enthalten kann, steht dann ein formales Objektmodell. Hinsichtlich ihrer Darstellung sind auch die Szenarien selbst häufig Änderungen unterworfen. So werden beispielsweise Szenarien, die zu Beginn in Freitextform vorliegen, oft in eine strukturierte Textform transformiert, der z.B. ein festgelegtes Darstellungsmuster oder eine Tabelle zugrunde liegt. Auch eine Anreicherung mit Grafiken kann erfolgen.
Bei einer anderen Vorgehensweise werden Szenarien und formale Modelle eine Zeit lang parallel und unabhängig voneinander entwickelt, so dass hierdurch zwei Beschreibungen des künftigen Systems entstehen. Diese werden dann miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt, inwieweit tatsächlich eine gemeinsame Vorstellung zwischen den Beteiligten vorhanden ist. Treten Inkonsistenzen auf, werden sowohl die Szenarien als auch die Modelle fortgeschrieben und vereinheitlicht.
In der Literatur wird häufig das Potenzial von Szenarien zur Beschreibung der dynamischen Aspekte eines Systems betont. In der Praxis zeigt sich, dass Szenarien eben auch zur Definition und Validierung der statischen Modelle genutzt werden.

Kombination von Szenarien und Prototypen
Sehr empfehlenswert ist es, Szenarien im Zusammenspiel mit Prototypen zu nutzen. In der Praxis [Weidenhaupt K. et al.] hat diese Vorgehensweise deutliche Synergieeffekte gezeigt.
Die Integration von Szenarien und Prototypen wird dabei wie folgt erreicht. In der Anfangsphase des Projektes wird eine erste Folge von Szenarien erstellt, die der Kommunikation mit Kunden und Benutzern dienen. Auf der Grundlage der konsolidierten Szenarien wird dann von Systemexperten eine- evtl. auf Teilbereiche beschränkte - Systemspezifikation ausgearbeitet, z.B. in Form von Klassen- und Ablaufmodellen. Diese sind dann Ausgangspunkt für prototypische Implementie­rungen. Die Spannbreite der Prototypen kann dabei von (auf Papier) gezeichneten Schnittstellenentwürfen bis zur kompletten Implementierungen (eines Teilbereichs) reichen.

Szenarien als Entscheidungshilfen für die Sequentialisierung des weiteren Entwicklungsprozesses
In der Design- und Implementierungsphase empfiehlt es sich, die Komplexität eines umfangreichen Gesamtsystems durch Sequentialisierung zu reduzieren. Szenarien helfen dabei, da sie von vornherein, d.h. im Rahmen des Requirements Engineering, das Gesamtsystem nicht als Einheit, sondern als Menge einzelner Nutzungssituationen beschreiben. Somit können die einzelnen vom System zu unterstützenden Geschäftsprozesse für sich analysiert und hinsichtlich verschiedener Kriterien bewertet werden. Aufgrund solcher Bewertungen lässt sich dann eine begründete Design- und Implementierungsreihenfolge festlegen.

weiter: Rolle von Szenarien im Gesamtprozess - Teil 2
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