Neben der Bewertung von Prozessverbesserungsaktionen mittels Assessments ist auch eine Messung des Prozesses möglich, um damit die Verbesserung festzustellen. Sinnvollerweise erfolgt die Anlage und der Aufbau eines Messprogramms schrittweise, zum Beispiel anhand des Goal/Question/Metric-Paradigmas. Das Ziel wäre in diesem Fall, die Verbesserung des Prozesses durch die Prozessverbesserungsaktionen zu messen.
Die Fragen hängen vom vermessenen Prozess ab. Handelt es sich beispielsweise um einen Inspektionsprozess, so wären Fragen nach der Qualität des Produktes (Fehler nach der Inspektion, Reworkaufwand,…), bei einem Designprozess beispielsweise nach der Qualität des Designs oder nach den Kosten des Designprozesses.
In der Realität laufen die Fragen meist auf die eine oder andere Art von Produktivitätsmessung heraus, bei der am Ende meist bestimmte Qualitätsattribute des Prozesses oder Produktes gemessen werden.
Sind die Fragen geklärt, so können Metriken abgeleitet werden. Dies können beispielsweise Fehler pro 1000 Zeilen Quellcode sein, oder die Anzahl von Arbeitsstunden, die ins Design geflossen sind vor und nach dem „Design Freeze“.
Sind die Metriken klar, so können entsprechende Messdaten erhoben werden. Durch einen Vergleich der erhobenen Messdaten vor der Prozessverbesserung und nachher kann nun die Verbesserung im Prozess gemessen werden.
Oft sind von vor der Prozessverbesserung jedoch nur unzureichende oder gar keine Daten verfügbar. In diesem Fall müssen die benötigten Daten entweder nacherhoben werden oder aus anderen Daten extrapoliert werden. Ist auch dies nicht möglich, so bleiben Expertenschätzungen das einzige Mittel, den Prozess vor der Verbesserung einzuschätzen. Expertenschätzungen sind meist ungenauer als „harte“ Messdaten, aber auch sie ergeben – richtig eingesetzt – ein ausreichend gutes Bild des Prozesses.