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Verfahren
IEC 61499
Methode/Technik:28880
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Beschreibung

Die Norm IEC 61499 wurde in der Arbeitsgruppe WG6 „Function Blocks“ vom TC65 (Technical Committee 65) „Industrial Process Measurement and Control“ erarbeitet und liegt seit Anfang des Jahres 2005 als IEC-Standard vor, der PAS (Publicly Available Standard) hingegen ist bereits seit Beginn der 90er-Jahre erhältlich.

Die Spezifikation IEC 61499 definiert ein generisches Modell für verteilte Steuerungssysteme. In diesem Zusammenhang stellt eine Applikation ein Netzwerk aus Funktionsblöcken dar, die mittels Daten- und Ereignis-Verbindungen miteinander in Interaktion treten. Funktionsblöcke sind atomare Einheiten oder Basic Funktionsblöcke, das heißt, sie können nicht verteilt werden, lassen sich aber zu anderen Funktionsblöcken zusammensetzen (Composite Funktionsblöcke). Zur Anbindung der Applikation an den Prozess und an das Kommunikationsmedium dienen Interface-Funktionsblöcke (Service Interface Funktionsblöcke).

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Der Standard stellt eine Weiterentwicklung der IEC 61131 mit Erweiterungen hinsichtlich der gewachsenen Anforderungen an Parallelität und Dezentralisierung von Automatisierungssystemen dar. Neben der symbolischen Programmierung des Datenflusses und der logischen Verarbeitungsfolge können mit der IEC 61499 auch die topologische Verteilung von Programmen, ihre geräte-übergreifende Konfiguration und Vernetzung graphisch dargestellt werden. Die bei der IEC 61131 verwendete sequentielle Abarbeitung der Steuerungsprogramme ist keine geeignete Methode zur Ausführungskontrolle in verteilten Systemen. Ziel bei der IEC 61499 ist es, in einem verteilten Automatisierungssystem Programme auf mehrere Steuerungen zu verteilen und parallel auszuführen. Die Aufteilung der Problemstellung in so genannte Funktionsblöcke, die wiederum aus anderen Blöcken bestehen können, ist im weitesten Sinne mit den Ideen der objektorientierten Programmierung vergleichbar.

Momentan gibt es einige Ansätze für Software-Werkzeuge / CASE-Tools, mit denen verteilte Ressourcen gemanagt werden können und mit denen sich verteilte Anwendungen nach IEC 61499 erstellen lassen.

Die objektorientierten Ansätze der IEC 61499 zeigen, dass dieses Verfahren bei der Applikationserstellung von Steuerungsanwendungen Vorteile bietet. Letztendlich erreicht dieses Konzept aber nicht die volle Leistungsfähigkeit der objektorientierten Programmierung wie z.B. das Fehlen von Vererbungsmechanismen, Polymorphismus und ähnlichem zeigen. Design Pattern für die Nutzung in der Automatisierungstechnik hingegen haben bereits ihren Weg in die Forschung gefunden.
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