Das Holone Steuerungsparadigma hat bis zum Jahre 2000 eine sehr weite Verbreitung gefunden. Es weist jedoch einen bedeutenden Mangel auf. Die Agenten, mittels derer die verschiedenen Holontypen implementiert wurden und die Schnittstellen zwischen diesen unterschieden sich stark. So war es bisher nicht möglich, einen generischen Agenten zur Verwaltung von Produktionsaufträgen und einen generischen Agenten zum Zugriff auf Ressourcen zu entwickeln, der für die verschiedensten Typen von Produkten und Ressourcen einsetzbar ist. Demzufolge waren eine Interoperabilität oder eine Wiederverwendung von Architekturbausteinen bisher nicht möglich.
Um dieses Problem zu lösen wurde im Jahr 2000 im Rahmen der IMS das multinationale Forschungsprojekt PABADIS begonnen. Ziel des PABADIS-Projektes war die Bereitstellung einer adaptiven und flexiblen Steuerungsstruktur für die Produktionssteuerungsebene mit den folgenden Eigenschaften. Die Steuerungsstruktur sollte die
Produktion kleiner Losgrößen bei hoher Produktvariation,
ein maximales Maß an Robustheit,
eine automatische Wandelbarkeit bezüglich Ressourcenstrukturen und Produktionsfähigkeiten,
eine automatische Wandelbarkeit bezüglich Produkten und
eine Skalierbarkeit des Produktionssystems
ermöglichen.
Das PABADIS-Steuerungsparadigma unterscheidet sich dabei von bisherigen Ansätzen vor allem durch die Strenge des angewendeten Paradigmenwechsels, der insbesondere eine vollständige Dezentralisierung der Produktionssteuerung, die Anwendung mobiler Softwareagenten und die Maximierung der Generizität der einzelnen Steuerungsbausteine beinhaltet. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, wird die Produktionsplanung in einem PABADIS-System nicht als Tages- oder Wochenplanung, sondern auf der Basis einzelner Produktionsaufträge durchgeführt. Das ermöglicht eine Verteilung der Planungsaufgabe sowie eine kontinuierliche Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten. [Lüder S. 201 – 212]
Fundamentaler Bestandteil des PABADIS-Projektes was das Bemühen, eine möglichst generische Wiederverwendbarkeit und Standardisierung von Komponenten befördernde Steuerungsarchitektur zu entwickeln, die es ermöglicht, mittels Plug-and-Participate hochflexible Produktionsstrukturen zu implementieren und verteilte Intelligenz nutzbringend anzuwenden. [Deter S. 275-283]
Bis zum Abschluss dieses Projektes im Jahre 2004 wurde eine Steuerungsarchitektur entworfen, die die wichtigsten Grundprinzipen der Holonen Steuerungskonzepte und der agentenbasierten Steuerungssysteme aufnimmt und weiterentwickelt.