Ziel des Soft-Pit-Projekts (http://www.soft-pit.de/ ) ist die Bereitstellung von ganzheitlichen Projekt-Leitständen, mit denen alle für eine ingenieurmäßige Software-Projektdurchführung relevanten Aspekte ganzheitlich analysiert, Fehlentwicklungen zeitnah erkannt und effektive Gegenmaßnahmen abgeleitet werden können. Auf Basis einer in Deutschland langen Ingenieurtradition geht es in Anlehnung an das Konzept der Leitstand-Technik in den Sekundärbranchen hierbei vor allen Dingen darum, von der Vielzahl vorhandener Informationen nachvollziehbar soweit zu abstrahieren und die relevanten Informationen soweit zu aggregieren und zu visualisieren, dass es auf einen Blick möglich ist, die Gesamtentwicklung des Projektes einzuschätzen und bei Fehlentwicklungen frühestmöglich gegenzusteuern. Die Vision ist hierbei ähnlich der eines Piloten-Arbeitsplatzes im Flugzeug, bei welchem einem Piloten zentral die unterschiedlichen Informationen seines Fluges im Cockpit aggregiert angeboten werden und dieser in der Lage ist, auf Abweichungen konkreter Einzelwerte von einer Erwartungshaltung zu achten. Relevante Informationen werden hierbei automatisch ermittelt und gegebenenfalls entsprechend hervorgehoben.
Diese Aufgabe soll von vier Seiten angegangen werden:
Die wissenschaftliche Seite steuert die verschiedenen Dimensionen von Datenquellen (Key Performance Indicators, KPIs) und Relevanzbeurteilungen bei und liefert Grundkonzepte sowie grundlegende Methoden zur Aggregation, Interpretation und zielführenden Visualisierung der - häufig verteilt - vorliegenden Daten.
Die beratende Seite steuert Praxiserfahrungen im Bereich des Projektmanagements bei. Dies führt zu Erweiterungen oder Schwerpunktanpassungen bei der Selektion und Betrachtung der KPIs.
Die softwaretechnische Seite stellt entsprechende verteilte Infrastrukturen bereit, welche die Erstellung von ganzheitlichen Projektleitständen unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Datenquellen und neuer Kondensierungs- und Visualisierungstechniken ermöglichen.
Die empirisch validierende Seite wendet die jeweils iterativ erarbeiteten und universell formulierten Ergebnisse in realen Applikationskontexten an und untersucht deren praktischen Nutzen. Ein Regelkreis garantiert die kontinuierliche Ergebnisoptimierung und sichert damit messbar die Praxistauglichkeit des Ansatzes.
Die Ergebnisse von Soft-Pit erlauben es einer Entwicklungseinheit, Software-Projekte ähnlich wie in anderen Ingenieursdisziplinen zu überwachen und zu managen, Risiken abzumildern, Zeit- und Budgettreue zu verbessern sowie bei Fehlentwicklungen (z.B. hinsichtlich Qualität) frühestmöglich gegenzusteuern. Damit kann die Prozesstransparenz signifikant verbessert werden, was unter anderem die Möglichkeit des Outsourcings (und dessen Aussicht auf Erfolg) verbessert. Die Ergebnisse von Soft-Pit werden die Wissenschaft insbesondere bei der Ableitung von Metriken und KPIs aus Geschäftszielen, bei der Auswahl und Anpassung geeigneter Controlling- und Visualisierungstechniken sowie beim messbaren Nachweis des Nutzens solcher Leitstände voranbringen. Diese Ergebnisse werden insbesondere durch die beratende Seite im Projektmanagement verwertet. Dies erfolgt nicht nur konzeptuell, sondern aufgrund der von der technischen Seite entwickelten verteilten, offenen und anpassbaren Infrastruktur auch werkzeuggestützt.
Alle erarbeiteten Konzepte und Werkzeuge können nach einer Produktisierung allen Softwareerstellenden Organisationen helfen, adaptierbare und dabei kostengünstige Software zur entscheidenden Kernkompetenz des führenden Produktionsstandortes für Software werden zu lassen.