Für die volkswirtschaftliche Entwicklung spielen KMU eine immer bedeutendere Rolle. Um im Wettbewerb mit Großunternehmen zu bestehen, müssen sie wirtschaftlich sein. Eine Strategie zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit von KMU sind Kooperationen. An der TU Chemnitz wird im Sonderforschungsbereich 457 ein Kooperationstyp beforscht, der aus kleinsten Leistungseinheiten besteht und unter definierten Bedingungen agiler und wirtschaftlicher ist als herkömmliche Kooperationen. Nachteilig wirkt sich aber dessen erhöhter Anteil an Kommunikations- und Koordinationsprozessen aus, da Defizite in diesen Prozessen als der primäre Grund für das Scheitern von Kooperationen analysiert wurde. So schätzen bereits bei herkömmlichen Kooperationen nicht einmal die Hälfte der Beteiligten ihre Kooperation als erfolgreich ein, was den Handlungsbedarf zur Untersuchung von Kommunikations- und Koordinationsprozessen in Kooperationen verdeutlicht. Denn während z. B. Fertigungsprozesse mittels geeigneter Modellierungskonzepte bereits seit Jahren analysiert, abgebildet und optimiert werden, existieren kaum geeigneten Verfahren zur Abbildung von kooperativen Kommunikations- und Koordinationsprozessen.
Projektinhalte Die Arbeiten im Projekt sind in die Themenschwerpunkte Methodenentwicklung und Methodenimplementierung gegliedert.
Im Themenschwerpunkt Methodenentwicklung werden die wichtigsten Theorien und Modelle zur Kommunikation und Koordination aus den Bereichen Philosophie, Technik, Psychologie, Soziologie, Sprach- und Sportwissenschaft analysiert, um wesensbestimmende Merkmale von Kommunikation und Koordination zu identifizieren. Anschließend werden vorhandene Modellierungsmethoden und -sprachen auf ihre Eignung zur Abbildung von schwach strukturierten und schwer formalisierbaren Kommunikations- und Koordinationsprozessen untersucht und durch neu zu entwickelnde semantische Elemente ergänzt.
Im Themenschwerpunkt Methodenimplementierung wird ein prototypisches Modellierungswerkzeug entwickelt, welches die im ersten Themenschwerpunkt erarbeiteten neuen semantischen Elemente implementiert.