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 | |  |  | | Beschreibung |  |
Betriebsspionage ist die Auskundschaftung und Erlangung von Geheimnissen oder geschütztem Wissen fremder Unternehmen. Wirtschaftsunternehmen, die solche Informationen verwenden, erlangen einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Konkurrenten, da sie etwa fremde Forschungsergebnisse ausnutzen können, ohne dass eine eigenständige Forschungsarbeit erfolgen müsste. Innerhalb der Verfahrenstechnik können zum Beispiel die Realisierung und der Betrieb eines schwer beherrschbaren Prozesses einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Diese Geheimnisse sind zu schützen. Durch zusätzlich hohen Konkurrenzdruck innerhalb einer Branche und hohe Innovationszyklen der Industrie im Allgemeinen sollte die Betriebsspionage nicht unterschätzt werden.
Gefahren hinsichtlich einer Spionage können mit organisatorischen als auch technischen Maßnahmen begegnet werden. Im Rahmen der Betriebsspionage lauern jedoch die unterschiedlichsten Gefahren. Sehr schwer zu beherrschen ist der Geheimnisverrat, in dem (ehemalige) Mitarbeiter ihr Wissen unberechtigterweise an Dritte weitergeben. Motivation der Betriebsspionage können als freiwillige Handlung die allgemeine Unzufriedenheit bzw. Kündigung des Arbeitsverhältnisses sein. Mutwillige Handlungen reichen von Erpressung bis hin zur Entführung eines Mitarbeiters.
Im Rahmen der industriellen Automatisierung interessieren in erster Linie die Gefahren einer Betriebsspionage auf technischer Basis. Spionage bedeutet in diesem Sinne das Abhören mit technischen Hilfsmitteln. Dabei ist festzustellen, dass oft die Betriebsebene, d.h. die „Office Welt“ von Unternehmen relativ gut abgesichert wird (state of the art), während die Absicherung der Automatisierungsebene aufgrund der hier oft fehlenden Konzepte und integrierten Technologien noch völlig ungenügend ist. Zur Gewährleistung der Vertraulichkeit werden meist Verschlüsselungsverfahren eingesetzt.
Spionageziele
Unternehmensnetze
Ein wesentlicher Teil der Betriebsspionage erfolgt über die Unternehmensnetze. Quasi alle relevanten Informationen eines Unternehmens, wie z.°B. Produktionsunterlagen, Technologiebeschreibungen, Forschungsergebnisse, Mitarbeiter-, Kunden- und Lieferanteninformationen, werden heute in Dateien oder Datenbanken auf Computern gespeichert, die in der Regel über ein Unternehmensnetzwerk verbunden sind und oft auch einen Zugang zum Internet besitzen. Hier ist der Schutzbedarf naturgemäß besonders hoch, da bei unbefugtem Zugang das Wissenskapital des Unternehmens kopiert oder zerstört werden kann.
Automatisierungsanlagen
Ein weiterer Aspekt ist die Spionage in Automatisierungsanlagen, die wegen der zunehmenden vertikalen Vernetzung auch in zunehmendem Maße vom Büro aus über das Unternehmensnetzwerk oder das Internet betrieben werden können. Mit der Integration von IT-Technologien in Automatisierungslösungen werden auch deren Gefahrenpotentiale übertragen. Eine alternative Spionagemöglichkeit stellt der Vor-Ort-Anschluss z. B. eines Notebooks mit integrierter Feldbusschnittstelle an das Automatisierungsnetzwerk dar. Ziel der Anlagenspionage sind Informationen bezüglich der automatisierten Prozesse (Prozessdaten, Zeitregime etc.), aus denen dann Rückschlüsse auf Produkte und Produktionsprozess gezogen werden können, oder Informationen über die Automatisierungsanlage wie Gerätetypen und Parametersätze. Daneben werden natürlich auch Zugangsinformationen wie User-ID's, Passwörter und Schlüssel gesucht.
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