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 | |  |  | | Beschreibung |  | Anomalien
1. Ausfälle und Anomalien, mit denen zu rechnen ist, dürfen sich nicht gefährlich auswirken! Dazu werden folgende Prioritäten empfohlen:
- Gefahrenstellen vermeiden oder eliminieren.
- Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls minimieren.
- Maßnahmen vorbereiten, um aus gefährlichen Situationen herauszukommen.
- Für jeden möglichen Unfall die Konsequenzen minimieren und die Schäden begrenzen.
Beispiel: Früher hatten die Kühlschränke und Gefriertruhen ein Schloss, das man nur von außen öffnen könnte. Sie stellten eine enorme Erstickungsgefahr für Kinder dar, die beim Spielen eingesperrt wurden, und das war öfter der Fall. Die falsche Reihenfolge, um diese Gefahr zu beseitigen wäre:
Zu 4.: Einen Sensor einbauen, um ein eingesperrtes Kind zu erkennen. Ist ein Kind eingesperrt, dann das Kühlaggregat ausschalten, damit das Kind nicht friert und bessere Überlebenschancen hat.
Zu 3.: Einen Knopf einbauen, so dass ein eingesperrtes Kind um Hilfe rufen kann.
Zu 2.: Stacheln einbauen, so dass ein Kind nicht so leicht hineingehen kann.
Zu 1.: Nur Schlösser einbauen, die man von innen einfach durch Drücken öffnen kann.
Glücklicherweise entschied sich die Industrie für die Lösung 1.
Ein Beispiel aus der Bahntechnik: Die Unfallgefahr am Bahnübergang kann wie folgt beherrscht werden:
Zu 1. Gefahr eliminieren: eine Brücke bauen.
Zu 2. Wenn 1. nicht machbar ist, Wahrscheinlichkeit eines Unfalls minimieren: Schranke und Warnsignale einbauen.
Zu 3. Notmaßnahmen für jede gefährliche Situation: Falls ein Auto zwischen den Schranken eingesperrt bleibt: a) Platz frei lassen, so dass es sich in Sicherheit bringen kann. b) Automatische Notbremse im Zug plus die nötigen Sensoren.
Zu 4. Rettungsmaßnahmen für den Unfall vorbereiten: a) Automatische Notbremse im Zug, um den Zusammenstoß zu lindern. b) Automatischer Notruf, Verbandkasten (wenn er noch hilft).
Aber Vorsicht: Die Sicherheitsmaßnahmen können neue Gefahren mit sich bringen. Die neuen Elemente erfordern eine neue Gefahrenanalyse. Ohne Schranke am Bahnübergang besteht nicht die Gefahr, ein Auto einzusperren. Diese neue Gefahr muss wiederum wie oben genannt behandelt werden.
2. Ausfälle und Anomalien sollten mit folgenden Prioritäten behandelt werden:
- Ausfallausschluss (3)
- Ausfallfolgenausschluss (4,5,6)
- Begrenzung der Ausfallfolgenwahrscheinlichkeit (7,8)
3. Ausfälle oder Ausfallursachen können aufgrund der folgenden Kriterien (fast) ausgeschlossen werden:
- Unverlierbare, naturgegebene Eigenschaften. Beispiel: Schwerkraft
- Unverlierbare definierte Eigenschaften. Diese Definition gilt immer unter gewissen Randbedingungen. Beispielsweise kann der Magnetismus als unverlierbar definiert werden, wenn u. a. Schlageinwirkungen ausgeschlossen werden, die zum Verlust des Magnetismus führen können.
- Vereinbarte Konstruktionsprinzipien. Beispiel: Die Zwangsführungen bei Relaiskontakten können nicht geöffnet und geschlossen gleichzeitig auftreten.
4. Die Ausfälle, die nicht ausgeschlossen werden können, dürfen keine gefährlichen Folgen haben. Beispiel: Wenn das Kabel vom Gaspedal reißt, sollte das Gas auf Minimum und nicht auf Maximum gehen.
5. Kritische (gefährliche) Komponenten sollten ausfallsicher sein (Fail safe).
6. Jeder mögliche Ausfall muss einen Schutzmechanismus aktivieren, so dass das System einen als sicher definierten Zustand einnimmt und beibehält, den es anschließend ungewollt nicht wieder verlassen kann.
Checkliste Teil 2
Checkliste Teil 3
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