Safety Engineering gehört zu den wesentlichen Ingenieurstätigkeiten im Bereich des Designs und der Realisierung sicherheitsrelevanter und kritischer Systeme. Es besteht aus Safety Analysis, Gefahren (Hazard) Management, Reduktion des Risikos, Reduktion und Auswertung von möglichen Gefahren und Restrisiken, Kontrollaktivitäten für Restrisiken und Gefahren.
Ein Grundsatz bei den sicherheitsrelevanten Systemen ist: Ausfälle und Umstände, mit denen zu rechnen ist, dürfen keine gefährlichen Auswirkungen haben. Dafür ist es notwendig, so viele Gefahren wie möglich im Voraus zu identifizieren. Dabei helfen diverse Analyse Techniken. Man muss sowohl Situationen betrachten, die vom System herbeigeführt werden, als auch solche, die von der Umgebung auf das System einwirken. Bei größeren Systemen kann eine Sicherheits-Analyse deshalb komplex werden, denn auch Kombinationen von Ereignissen werden untersucht. Untersuchungen von schweren Unfällen haben gezeigt, dass erst die Kombination von mehreren Ereignissen zur Katastrophe führt. Diese Tatsache macht die viele Sicherheits-Analysen kompliziert: Der Ingenieur muss Kombinationen vieler gleichzeitiger oder zusammenkommender Umstände durchspielen. Meistens werden die Analysen bei zwei oder höchstens drei zusammenkommenden Zuständen und deren möglichen Kombinationen der Gefahrenquellen beendet. Dies bedeutet oftmals beriets einige tausend Kombinationen. Viele Kombinationen sind erfreulicherweise nicht relevant und brauchen nicht weiter untersucht zu werden. Trotz aller Anstrengungen bleiben oftmals viele Kombinationen unberücksichtigt. Deswegen ist es menschlich nicht möglich, alle Faktoren im Voraus zu berücksichtigen. Damit bleibt bei jedem System ein verborgenes Risiko, dessen man sich bewusst sein muss [Montenegro 99].
Das Sicherheitsmanagement sollte folgende Punkte abdecken:
Zuordnung von Sicherheitsanforderungen
Identifikation von Gefahren
Evaluation der Gefahren und Risiken (tolerierbar oder nicht tolerierbar)
Prävention, Reduzierung und Kontrolle der Gefahren
Evaluieren des Restrisikos (Risiko-Tabelle)
Als erstes muss man die möglichen und unmöglichen Gefahren (Hazards) identifizieren. Gefahren kommen aus den folgenden Quellen: Design, verwendete Technologie, physikalischer Aufbau, Bedienungsfehler, Umgebung, Ausfälle und Anomalien. Die scheinbar unmöglichen Gefahren sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden - man analysiert, warum sie unmöglich sind und wird dabei merken, sie sind doch nicht so unmöglich, wie ursprünglich gedacht. Für den Vergleich von Sicherheitsanforderungen (1) und die Identifikation von Gefahren (2) sollte man die Erfahrungen von ähnlichen Projekten in Betracht ziehen.