Die UML hat das klassische Problem einer Breitband-Sprache, die versucht, durch die Einbeziehung unterschiedlicher Kommunikationsparadigmen und – ansatzweise – auch Zeitmodellierung viele verschiedene Anwendungsgebiete zu unterstützen. Deshalb haben sich einige Sequenzdiagramm-Dialekte herausgebildet. Beispielsweise kann idealisierend eine globale Uhr und ein synchrones Voranschreiten der Zeit in allen Objekten und verzögerungsfreie bzw. verzögerungsbehaftete Kommunikation angenommen werden. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die UML derartige Details bei der Interpretation von Sequenzdiagrammen in vielen Fällen explizit offen lässt. Diese sind entweder durch das spezifische Projekt in einem Sprach-Glossar oder implizit durch die Wahl eines Werkzeugs festzulegen. Ein Vorteil der Interpretationsfreiheit von Sequenzdiagrammen ist jedoch, dass sie bereits frühzeitig im Entwurf eingesetzt werden können, um bestimmte Interaktionsmuster zu charakterisieren, ohne Implementierungs-Entscheidungen vorwegzunehmen.