Im Gegensatz zu den komplett zerlegbaren Systemen ist bei den teilweise zerlegbaren Systemen der Anwendungskern nicht mehr in einzelne Komponenten zerlegbar, lediglich die Nutzer- und Nachbarsystemschnittstellen lassen sich noch als separate Bestandteile identifizieren.
In diesem Fall wird ein Application-Gateway zwischen Nutzer- bzw. Nachbarsystemschnittstellen und Anwendungskern gesetzt. Dieser besteht aus einem Forward Gateway, einem Reverse Gateway und einem Coordinator. Beim Migrationsprozess werden nun iterativ die Schnittstellen des Altsystems in Schnittstellen des Zielsystems umgesetzt. Parallel dazu können iterativ die den Schnittstellen zugeordneten Teile des Anwendungskerns neu implementiert werden. Dabei ist es unerheblich, ob zuerst die Schnittstelle und dann die zugeordnete Business Logik migriert wird oder umgekehrt. Allerdings ist es nötig, die den Schnittstellen zugeordneten Funktionen in logisch zusammengehörende Komponenten aufzuteilen und entsprechend zu implementieren, damit die im Altsystem existierenden internen Abhängigkeiten (die für die Nicht-Teilbarkeit verantwortlich sind) nicht ins Zielsystem mit übernommen werden.
Aufgabe eines Coordinators ist es, Funktionsaufrufe aus noch nicht migrierten Schnittstellen direkt zum Altsystem oder aber über den Forward Gateway zum Zielsystem weiterzuleiten sowie Funktionsaufrufe aus schon migrierten Schnittstellen direkt an bereits migrierte Programmmodule bzw. an noch nicht migrierte Teile des Altsystems weiterzugeben. Informationen hierüber kann der Coordinator einer Mapping Tabelle entnehmen.