Bei voll zerlegbaren Systemen ist der Anwendungskern weitgehend in eine Reihe von Modulen mit jeweils zugehörigen eigenen Nachbarsystem- und Nutzerschnittstellen aufteilbar. Die Module verwenden häufig eine gemeinsame Datenbankzugriffsschicht, agieren ansonsten aber weitgehend unabhängig voneinander, d.h. es existieren keine bzw. kaum gegenseitigen Funktionsaufrufe.
Bei der Migration dieser strukturierten Altsysteme können verschiedene Stufenkonzepte verwendet werden. Wegen der guten Strukturierung kann der Anwendungskern Modul für Modul migriert werden. Ein Problem stellt jedoch der Zugriff auf die Datenbank dar, da sich die Daten in der Datenbank in der Regel nicht auf die Module aufteilen lassen. Häufig greifen zwei Module auf die selben Daten zu. Je nach Zeitpunkt der Migration der Anwendungsdaten unterscheidet man daher:
Vorwärts-Migration: Die Datenbestände werden zuerst vollständig migriert, das Altsystem erhält über einen Forward Gateway Zugriff auf die migrierten Daten
Rückwärts-Migration: Die Datenbestände werden zunächst nicht migriert, sondern das Zielsystem erhält über einen Reverse Gateway Zugriff auf die Daten des Altsystems
Allgemeine Migration: Datenbestände und Anwendungskern werden gemeinsam migriert. Die Komponenten des Zielsystems müssen ggf. über einen Reverse Gateway auf die Daten des Altsystems zugreifen und umgekehrt müssen die Module des Altsystems über einen Forward Gateway auf die Daten des Zielsystems zugreifen.