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Verfahren
Analyse des Altsystems
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Altsysteme sind oft kaum dokumentiert. Durch das Alter des Systems bedingt, haben die meisten Entwickler, die an der Erstellung des Systems beteiligt waren, das Unternehmen längst verlassen und stehen damit nicht mehr als Ansprechpartner zur Verfügung.

Das Altsystem enthält über Jahre hinweg gewachsenes fachliches Wissen über Geschäftsregeln und –prozesse, dieses wurde durch fortwährende Änderungen am System angesammelt. Das Wissen ist häufig nur im Code des Altsystems vergraben und sonst nicht dokumentiert. Daher darf dieses Wissen bei der Ablösung nicht verloren gehen und muss aus dem Altsystem extrahiert und dokumentiert werden. Die Spezifikation des Altsystems stellt zudem die Grundanforderungen für das neu zu erstellende System dar, denn das neue System muss den (noch benötigten) Funktionsumfang des Altsystems beinhalten.

Die Kenntnis der internen Struktur des Systems ist wichtig, da diese über die Art der Ablösung mit entscheidet. Bei großen, nicht mehr strukturierten Monolithen bleibt häufig nur eine Big Bang- Ablösung, während bei besser strukturierten Systemen die stufenweise Ablösung denkbar ist. Die Nachträgliche Erforschung der internen Struktur eines bestehenden Systems, z.B. Anhand der Quelltexte, wird auch als Reengineering bezeichnet.

Altsysteme von Großunternehmen verwalten in der Regel große Datenbestände, die bei einer Ablösung erhalten werden müssen. Wenn das Altsystem die Daten der Kunden eines Unternehmens verwaltet, muss auch das neue System (etwa ein CRM-System) diese Daten speichern. Neben der Software sind auch erhebliche Datenmengen zu migrieren, beispielsweise 7.000.000 Kundendatensätze, die leicht einige Gigabyte in einer Datenbank einnehmen. Zur Migration der Daten müssen die Datenstrukturen des Altsystems verstanden werden. Wird das Altsystem in Stufen abgelöst, so können neues und altes System auf die selben Daten gemeinsam zugreifen. Daher sind auch häufige Zugriffsmuster und das Sperrverhalten des Altsystems zu untersuchen, um Zugriffskonflikte und Verklemmungen beim parallelen Zugriff beider Systeme zu vermindern.

Auch die Datenqualität ist zu untersuchen. Auch der Datenbestand eines Altsystems ist über Jahre gewachsen. Die gespeicherten Daten können unvollständig, nicht mehr aktuell oder schlicht falsch sein. Vor einer Migration ist zu prüfen, wie mit diesen Fehlern umgegangen werden soll. Selbst wenn von den 7.000.000 Kundendatensätzen nur 1 Prozent Fehler enthält, bedeutet das die ggf. manuelle Prüfung von 70.000 Datensätzen
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