Von "Stil" kann man beim Programmieren hinsichtlich verschiedener Eigenschaften des Codes sprechen; Einige konkrete Beispiele sind:
Es gibt einen Codier-Stil auf der Ebene der Syntax einzelner Programm-Fragmente. Beispiele hierfür sind (a) die Einrückung zur Explizierung des Kontrollflusses und von Sichtbarkeitsbereichen, und (b) Wahl von Bezeichnern; Stilregelkataloge für diese Abstraktionsebene sind in größeren Software-Entwicklungsorganisationen üblich.
Es gibt Stilregeln, die die Wahl von spezifischen Programm-Schemata für grundlegende Programmierziele vorgeben. Beispiele sind Regeln für die Wahl von Kontrollflusssteuerungen und Datenstrukturen, so zum Beispiel: (a) Mit welchem Programmiersprach-Konstrukt (etwa Schleifen verschiedenen Typs, Rekursion oder Template-Instanziierung etc.) und in welcher Richtung die Elemente eines eindimensionalen Feldes durchlaufen werden, wenn alle Elemente einmal besucht werden sollen? (b) Welche Datenstrukturen werden zur Repräsentation welcher Gegenstands-Objekte genutzt?
Wenn eine Programmiersprache es erlaubt, dasselbe Ziel mit ganz verschiedenen Methoden zu erreichen, dann sollte in einem System immer dieselbe Methode benutzt werden.
Muster stellen Stilregeln für die Organisation der Kooperation von Modulen dar. Es gibt feingranulare Muster für die Wahl der Beziehungen zwischen Klassen (siehe z.B. Entwurfsmuster) als auch Stilregeln für die Wahl einer Architektur für das Gesamtsystem. Für die Koordinierung der Arbeit vieler Entwickler an einem umfangreichen Projekt ist insbesondere eine gutes Verständnis der Architektur unter allen Entwicklern notwendig.
Die Einhaltung eines Stils durch die Autorin von Code ermöglicht einer Leserin die Entwicklung spezifischerer Hypothesen, d.h. konkreterer Erwartungen, ohne dass sehr detaillierte Analysen des Quellcodes nötig wären. Aus diesen Gründen werden in vielen Projekten gewisse zu benutzende Stilregeln in sogenannten Stilfibeln explizit festgeschrieben.