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 | |  |  | | Beschreibung der Erfahrung |  | Eine allgemein verbreitete Auffassung zum Testen besagt, dass jeder, der in der Lage ist, mit einem System zu arbeiten, auch Tests durchführen kann. In Wahrheit ist das Testen eine eigene Berufssparte und erfordert einzigartige, keineswegs intuitive Fähigkeiten. Ohne eine Ausbildung sind Tester schlecht dafür gerüstet, Schwierigkeiten beim Testen, vor allem in technisch komplizierten Fällen, zu begegnen.
Schulungen im Testen werden von einer Reihe von Institutionen durchgeführt, aber es ist immer das Engagement und der Einsatz von Testern und der Betriebsleitung nötig, damit man eine Ausbildung erhält. Manche Unternehmen erkennen dies und verhalten sich entsprechend. In anderen Unternehmen ist Eigeninitiative der einzige Weg, um die Ausbildung zu bekommen, die zum Aufbau von Testkenntnissen erforderlich ist.
Ein Erfahrungsbericht:
Projekt X steht zwei Monate vor dem Abschluss und das Management wird sich bewusst, dass Tests durchgeführt werden müssen. Fragt sich nur, wer das tun soll. Wer soll die Zeit für Tests erübrigen können, wenn die am Projekt Beteiligten alle Hände voll mit den Problemen zu tun haben, die beim Aufbau des Systems täglich zu erledigen sind?
Das Management hält es für eine gute Idee, unverbrauchte und unabhängige Personen zum Testen des Projekts einzusetzen. Schließlich gibt es unter den Anwendern einige, die man für etwa vier Wochen heranziehen könnte. Wenn die Anwender Unterstützung brauchen sollten, kann man immer noch zusätzliche Zeitkräfte zu einem relativ günstigen Tarif einstellen.
Es wird kurzfristig ein improvisiertes Testteam zusammengestellt und die Tests beginnen. Während der Termin näher rückt, werden Fehler gefunden und korrigiert. Für das Testteam sieht es so aus, als wäre alles in bester Ordnung. Aber dann kommt die Stunde der Wahrheit. Das Projekt, in dessen Fertigstellung das Unternehmen beinahe eine Million Euro investiert hat, kann in die Produktion gehen.
Am Erscheinungstag wird das neue System mit den obligatorischen T-Shirts und Luftballons eingeweiht. Aber es gibt da ein Problem: Schon innerhalb von zwei Stunden laufen die Drähte der Hotline heiß und vermelden eigenartige Vorkommnisse. Innerhalb kurzer Zeit beginnt die Reaktionszeit des Systems deutlich nachzulassen. Es gibt wütende Kunden, weil keine rasche Antwort auf telefonische Anfragen zu erhalten ist. Schließlich passiert das Unvermeidliche: Der Stecker wird herausgezogen und man versucht fieberhaft, das alte System wiederherzustellen.
Lösung
Es ist eine Herausforderung für Tester, Testfälle zu definieren und auszuführen, die auch nur einen Bruchteil der möglichen Systemfunktionen abdecken. Um sich eine Vorstellung von der Unzahl an Tests machen zu können, die potenziell durchzuführen sind, muss ein Tester die möglichen Fehlerquellen kennen. Diese Fehlerquellen sind kein Staatsgeheimnis, sondern gehören zum ständig wachsenden Kenntnisspektrum eines geschulten Testers.
Die Tester in dem hier beschriebenen Szenario aber erhielten keinerlei Unterstützung bei der Ausbildung, denn
- das Management ist sich über die Bedeutung des Testens nicht im Klaren,
- die Unternehmen wissen nicht, wo man eine Ausbildung erhält,
- die Unternehmen betrachten Schulungen als zusätzliche Kosten, die man sich sparen kann,
- die Tester glauben, sie sind zu beschäftigt, um Trainings zu besuchen,
- hausinterne Ausbilder haben oft keine Sachkenntnisse im Testen, das Testen wird als eine Sache betrachtet, die jeder durchführen kann.
Bei der Ausbildung zum Tester lern man all diese Dinge. Der Lehrplan zum zertifizierten Tester (bsp. ASQF®-Certified-Tester ) enthält z.B. Kurseinheiten zu folgenden Feldern:
- Grundlagen des Software-Testens
- Testen während des Lebenszyklus
- Dynamischer Test
- Statischer Test
- Testmanagement
- Testunterstützungswerkzeuge
Die Erfahrung stammt aus dem Buch: Die 10 goldenen Regeln des Software-Testens |  |
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