Bevor mit der Auswahl von Projektmanagement-Software begonnen wird, sollte das Unternehmen die notwendigen Anforderungen an die Software definieren. Dabei sind die unternehmensspezifischen Anforderungen für die tägliche Projektarbeit von Bedeutung. Die definierten Anforderungen können funktionaler und nichtfunktionaler Natur sein. Funktionale Anforderungen beschreiben „Was“ die Software leisten soll, nicht-funktionale Anforderungen beschreiben „Wie“ die Software dies erreichen soll.
Funktionale Anforderungen (use cases): Funktionalen Anforderungen an die Software lassen sich beispielsweise aus den zwei Dimensionen des M-Modells ableiten.
Durch die Festlegung auf die Unterstützung einer bestimmten Projektphase oder einer zu unterstützende Managementebene können eindeutige Anforderungen an die Funktionalität der Software erwachsen. Unternehmen sollten sich klar machen, welche Aufgaben in welchen Aufgabenbündel sie nach dem M-Modell mit der Software unterstützen wollen. Als Hilfestellung dient der Wissensbaustein SW-Funktionalitäten als Auswahlkriterien für PM-Software.
Nichtfunktionale Anforderungen (environment cases): Unter den ’environment cases’ versteht man beispielsweise die Softwarevoraussetzungen auf Client- und Serverseite, Software-Architektur oder die Modularität der Software.
Aus den definierten funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen sollten anschließend Ausschlusskriterien, d.h. K.-o.-Kriterien, sowie Vergleichskriterien gebildet werden.
K.-o.-Kriterien sind Kriterien, die für die PM-Software wichtig und maßgeblich sind. Sie definieren Mindestvoraussetzungen, die die Software erfüllen muss. Wenn ein K.-o.-Kriterium nicht erfüllt wird, dann führt dies automatisch zum Ausschluss des Produktangebots. Zur Prüfung dieser Kriterien können unter anderem die Systembeschreibungen der Hersteller oder der Wissensbaustein SW-Funktionalitäten als Auswahlkriterien für PM-Software verwendet werden.
Die Vergleichskriterien sollten, um im vierten Auswahlschritt eine Nutzwertanalyse durchführen zu können, nach ihrer Priorität gewichtet werden. Die Priorisierung der Anforderungen ist wichtig, um zu klären, welche funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen am wichtigsten und welche weniger wichtig sind.
Eine detaillierte Erklärung über das Vorgehen bei der Ermittlung von Anforderungen finden sie hier.
Nachdem sich das Unternehmen im klaren darüber ist, welche Anforderungen sie an die Software hat, kann es sich im zweiten Auswahlschritt auf eine der Produktkategorien, durch Abgleich mit den zuvor aufgestellten Anforderungen, konzentrieren.