 |
 | |  |  | | Beschreibung der Erfahrung |  | Seit 1990 sind unterschiedliche Systementwicklungsprozesse entsprechend dem Vorgehen von MUST in Dänemark durchgeführt worden. Dabei ging es nicht nur um experimentelles Design und die Erfahrungen, die dabei entstehen. Auch unter kommerziellen Bedingungen wurde dieses Vorgehen angewandt und erfolgreich abgeschlossen. Die Mehrheit der Anwendungen fand jedoch unter geschützten Bedingungen statt, d.h. es waren keine engen Zeit- und Zielvorgaben gegeben, die eingehalten werden mussten. Es handelt sich bei den erfolgreichen Fällen um den Einsatz dieses Vorgehens zur Systementwicklung bei einem Radiosender, bei der Film- und Videoproduktion, aber auch bei einer traditionellen IT-Abteilung in einer Firma. Dabei ist die Anzahl der Mitarbeiter eher überschaubar. Im Falle des Radiosenders, der im Folgenden vorgestellt werden soll, waren es 170 Personen, in den weiteren Fällen waren jeweils 10 – 30 Personen eingebunden.
Das „Radio-Projekt“ in Dänemark
Das Aktionsforschungsprojekt fand in der Verwaltungs- abteilung eines dänischen Radiosenders statt. Es hatte zum Ziel, die Bedarfe an Computerunterstützung dieser Abteilung zu ermitteln. Es wurde zu Beginn ein Projektteam aus drei Journalisten, einer Sekretärin und drei Designern gebildet. Die drei Designer begannen damit, sich in die Domäne einzuarbeiten und die Arbeitspraxis zu verstehen. Dazu nutzten sie Interviewtechniken und teilnehmende Beobachtung. Zum Abschluss der Erhebungsphase führten sie Workshops durch, wo auf Kollagen die Beschreibung der vorgefundenen Arbeitspraxis und unterschiedlicher Rollen visualisiert war. Die Workshops dienten dazu, ein gemeinsames Verständnis der Arbeitswirklichkeit zu erreichen und Designideen zu diskutieren. Als Ergebnis wurden Bedarfe, Unzweckmäßigkeiten und Zusammenbrüche des sozialen Systems und technische Optionen erarbeitet. Dieses Vorgehen kann in mehreren Schritten erfolgen: Am Anfang stand das Verstehen der aktuellen Arbeit (Prozesse und Strukturen) der Benutzer (Methoden: Beobachtung, Interview, Workshop). Im zweiten Schritt wurden gemeinsam in enger Kooperation mit den Benutzern Designideen entwickelt (Methoden: Design Workshops, Visualisieren von Abläufen, Prototyping). Im dritten Schritt wurden allen Beteiligten gegenüber die Bewertung der Arbeitspraxis offen gelegt (Ergebnis aus Beobachtung und Reflexion). In der sich ergebenden Diskussion wurde Wert darauf gelegt, Spannungen und Widersprüchlichkeiten offen zu legen. Im letzten Schritt wurden die Ergebnisse zusammengefasst und zu einer Designempfehlung in Textform formuliert. Zentral bei der Vorgehensweise ist die direkte, authentische Benutzer-Designer-Kommunikation, die zu einem wechselseitigen Verstehen von Arbeitspraxis und neuen Optionen für die Organisation führt.
MUST eignet sich im wesentlichen für eher überschaubare, innovative Anwendungen, bei denen Wert auf die kreativen Problemlösungen der Mitarbeiter gelegt wird. Aufgrund des explorativen Charakters ist ein flexibler Zeitrahmen förderlich.
|  | | Studientypen |  | Fallstudie |  |
 | |  |  | |  | |  |  |  |  | | Zu dieser Seite wurden noch keine Kommentare oder Bewertungen abgegeben. |
|
|  | |  |  |  |  | MUST Erfahrungen |  |  |  |  |   | Adressiert Technologien |  |  |  | |  |  |  |  | Literaturhinweise |  |  |  | |  |  | |  |  | |  |  |  |  |  |  |
|