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 | |  |  | | Beschreibung |  | Die Pflegbarkeit von Quellcode wird am direktesten vermessen, indem der Aufwand erhoben wird, der für die Umsetzung von Änderungsanforderungen anfällt, und in dem man die Fehler zählt und kategorisiert, die während solcher Änderungen in den Code eingebracht werden. Dies kann aber erst erfolgen, wenn der Code bereits in die Pflegephase tritt; und wenn man sich entschieden hat, dass die Pflegbarkeit verbessert werden sollte, dann geben derartige Messungen auch keinen Hinweis darauf, wie man das Ziel erreicht.
Man versucht beide Probleme zugleich zu lösen, indem man (plausiblerweise) annimmt, dass ein gut verständlicher Quellcode besser gepflegt werden kann. Es ist offensichtlich nicht nur für die Pflegbarkeit relevant, sondern auch für die Korrektheit von Programmen (in einem schlecht verstandenen Programm können auch Fehler leichter unentdeckt bleiben) oder für die Effizienz (schlechtes Verständnis zieht nach sich, dass man nicht nachvollzieht, wo Algorithmen effizienter gemacht werden können). In diesem Zusammenhang wird der Verständlichkeit des Quellcodes eine wichtige Bedeutung zugemessen.
Der Quellcode selbst kann auf unterschiedlichen Detaillierungsgraden betrachtet werden. Hierfür wird er am einfachsten als Inklusionsstruktur aufgefasst, die eine Art Schichtenmodell impliziert.
Zwischen verschiedenen internen Quellcodemerkmalen und verschiedenen Aspekten der Verständlichkeit kann ein Zusammenhang hergestellt werden.
Probleme entstehen meist nicht bei der Erhebung der Messwerte, sondern bei der anschließende Interpretation dieser. Zum Beispiel:
- Welche Messwerte können im Sinn des Qualitätsziels akzeptiert werden und welche müssen abgelehnt werden? Auf dieses Problem wird auch unter Kalibrierung des Qualitätsmodells eingegangen.
- Weitgehend ungeklärt sind folgende Fragen: Wie interagieren die Messwerte für die verschiedenen Aspekte der Verständlichkeit? Welche Kombinationen von Messwerten gefährden die Verständlichkeit in besonderer Weise, und unter welchen Bedingungen können besonders gute Messwerte für eine gemessene Eigenschaft kritische Werte für eine andere ausgleichen?
Solange das Konzept der Verständlichkeit so unklar bleibt, wie es heute ist, kann man nicht damit rechnen, bezüglich dieser Fragen zu befriedigenden Antworten zu kommen. Der im ersten Problem benutzte Begriff „akzeptabler Messwerte“ suggeriert das Vorhandensein einer Ordinalskala mit wenigstens zwei Bereichen für die Verständlichkeit, gekennzeichnet durch die Schlagworte „akzeptabel“ und „inakzeptabel“, was der Intuition entsprechen mag, aber eine akzeptierte Konkretisierung dieser Intuition steht aus.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es mittlerweile eine Vielzahl von Vorschlägen gibt, wie interne Quellcodemerkmale die Verständlichkeit von Quellcode beeinflussen sollen, eine allgemein akzeptierte Operationalisierung gibt es derzeit jedoch nicht. Dabei spielt die Tatsache, dass das Konzept der Verständlichkeit von Quellcode (oder das korrespondierende von seiner Komplexität) selbst weitgehend unklar ist, eine wichtige Rolle.
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