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Verfahren
Produktmaße
Methode/Technik:12441
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Beschreibung
Unter Software-Produkt werden im folgenden nicht nur die Endprodukte verstanden, welche letztlich dem Auftraggeber eines Software-Entwicklungsprojektes überreicht werden, sondern generell alle Ergebnisse von Aktivitäten im Software-Entwicklungsprozess, die das Endprodukt beschreiben. Der Begriff schließt somit etwa Entwurfsdokumente ebenso ein wie den Quellcode.

Mit einem Software-Produktmaß wird eine Momentaufnahme des Untersuchungsgegenstandes zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellt. Es sagt nichts über die Veränderung des Gegenstandes von einer Messung zur nächsten über einen bestimmten Zeitraum aus.

Externe Produktmerkmale hängen vom Verhalten des Produkts in einer bestimmten Umgebung ab. Beispielsweise wird die Zuverlässigkeit einer Textverarbeitung davon abhängen, ob die Bewertung neben dem Schreiben von einfachen Texten auch die Integration von Objekten aus anderen Anwendungen mit einschließt. Die Wartbarkeit eines Systems wird nicht nur von dessen interner Strukturierung abhängen, sondern auch vom Kenntnisstand des Entwicklers, der mit der Wartung betraut wurden. Weitere externe Merkmale sind etwa Nutzbarkeit, Integrität, Effizienz, Testbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Portierbarkeit.

Interne Produktmerkmale leiten sich aus dem zu vermessenden Gegenstand ab. Bei Software bedeutet dies, dass das Programm zur Messung nicht ausgeführt werden muss, sondern allein seine statische Struktur betrachtet wird. Messgegenstand sind somit Produktbeschreibungen. Viele Merkmale können durch direkte Maße charakterisiert werden, indem beispielsweise unterscheidbare Beschreibungseinheiten oder Beziehungen zwischen diesen gezählt werden. Ein Beispiel ist die Größe. Weitere Maße ergeben sich aus der Verknüpfung von Maßen. Ein Beispiel ist die durchschnittliche Anzahl von Methoden pro Klasse in einem objektorientierten System.

Viele der Methoden der Software-Technik, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, zielen auf eine bessere Strukturierung von Software. Dies erfolgte motiviert durch die Annahme, dass eine gute Struktur dazu führt, dass Software leicht verständlich und leicht analysierbar ist, dass das Testen unterstützt und Wartungsaufwände minimiert werden. Einer „guten“ Struktur wird insgesamt das Potential zur Minimierung aller im Lebenszyklus anfallenden Aufwände zugesprochen.

Die Strukturiertheit lässt sich wiederum anhand interner Produktmerkmale messen. Beispiele sind die Größe von Modulen in einem System und der Grad an Vernetzung zwischen diesen. Die allgemeine Annahme ist, dass eine gute interne Struktur zu der gewünschten Ausprägung externer Merkmale führt. Die Messung interner Merkmale in einem frühen Stadium der Produktentwicklung kann also zur Vorhersage von Eigenschaften des Endproduktes führen. Dadurch wird der Entwicklungsprozess beobachtbar und steuerbar. Die Forschungsgemeinde hat aus diesem Grund viel Arbeit in die Entwicklung möglichst vorhersagekräftiger Maße investiert und diese unter der jeweiligen Zielstellung extern validiert. Anwendung finden solche Maße in der metrikbasierten Qualitätsanalyse.
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